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Filmstill

Mitte der 70er Jahre hatte sich der Rock'n'Roll überlebt. Die Bands der 60er waren im Pop-Olymp angekommen und konnten den aufbegehrenden Jugendlichen aus der Arbeiterklasse nichts mehr bieten. Die No Future – Generation der Punks und gesellschaftlichen Totalverweigerer hatte der bürgerlichen wohlstands- und konsumfixierten Medienwirklichkeit der 70er Jahre den Kampf angesagt. Zwischen konsequentem Nihilismus und veränderungsgläubiger Frontstellung entwickelte sich unter den Jugendlichen ein Groll gegen die Demokratie-Schimäre, die ja doch das Klassensystem affirmierte. Der Armut und Chancenlosigkeit setzten sie ihre jugendlich-dreiste Philosophie des Selber-Machens entgegen. Der Akzent lag fortan nicht mehr auf der Qualität von Kleidung, Musik, Wohnung usw, sondern auf der Tatsache, dass sie unabhängig und mit eigener Energie geschaffen wurden.

Im Zuge dieser entstehenden Punk-Bewegung gründete sich The Clash 1976 in Newport. The Clash waren eine Punkband – die erste Punkband, die einen Vertrag mit einem Major-Label unterzeichnete, was ihnen allerdings später auch zum Verhängnis werden sollte.

Bernie Rhodes, späterer Manager der Band, führte Paul Simonon und Mick Jones von London SS mit Joe Strummer von den 101er's zusammen. Terry Chimes wurde als Drummer engagiert.

Mit ihrer ersten Single, White Riot und dem kurz darauf erscheinenden Album The Clash katapultierte sich die Band auf einen Schlag in die erste Reihe der britischen Punkrock-Bands. Ihr politischer Akzent und ihre Fähigkeit, die Formsprache des Punkrock um Disco, Reggae und Folk zu erweitern, setzte sie deutlich von dem nihilistischen Haudrauf der Sex Pistols ab. Dem Provokations-Willen der Sex Pistols setzten sie politische Texte entgegen, die, aufbegehrend und kompromisslos, den unbedingten Veränderungswillen der Band formulierte. Single und Album ziehen mit wahrem Triumphdonner in die Charts ein – das Album The Clash wird in Amerika zur erfolgreichsten Importplatte aller Zeiten.

Im Dezember folgt die berüchtigte Anarchy-Tour.

Die Band ist aber auch dem teilweise kräftig wehenden Gegenwind der Musikkritik ausgesetzt, die die Band wegen ihres politischen Anspruchs, ihrem Aussenseiter-Kult, ihrer Naivität als unglaubwürdig und ideologisch verblendet herablächelte. Denn mit steigender Berühmtheit nahm auch das politische Engagement der Band proportional zu. Spätestens seit ihrer Teilnahme am „Rock Against Racism-Festival hatten sich The Clash unzweideutig positioniert.

Das Doppelalbum London Calling wurde zum Meisterstück, das den Wendepunkt des Punkrock markierte. The Clash tobten ihren musikalischen Ideenreichtum und ihre politische Wut aus. Ungeduldige Gitarren, Rock'n'Roll-Zitate aus den 50er Jahren, kaum gezügelte Energie und pure und echte Originalität machten die Platte zu einem veritablen Rockklassiker. The Clash hatte sich damit als erste politische Rockband etabliert. Für das Album Sandinista!, das als geradezu monumentales Dreifachalbum erschien, kamen neben Reggae, Ska, Rockabilly und furiosem Rock noch Elemente aus Gospel, Rap und R&B dazu.

Combat Rock, das fünfte Album, ist deutlich kommerzieller als die beiden Vorgänger. Mit der Kulthymne Should I Stay Or Should I Go eroberten The Clash eine Bestplatzierung in den Charts und das Album verkaufte sich grandios. Die sich anschliessende Tour durch die USA war ausverkauft. Dennoch begann es im Bandinneren zu rumoren. Topper Headons Heroinabhängigkeit, Joes plötzliches Verschwinden nach Paris, sein Insistieren auf die Rückkehr des inzwischen entlassenen Managers Bernie Rhodes und die daraus folgenden Streitigkeiten mit Mick Jones führten zu massiver Unruhe. Probleme und Frust zogen mit Ruhm und Reichtum gleich. Das Jahr 1983 ließ fast nichts von The Clash hören – bis auf die Teilnahme bei dem kalifornischen US '83 – Festival, für das The Clash 500.000 $ Gage kassierten und forderten, dass die Organisatoren zusätzliche 10.000 $ für gute Zwecke spenden sollte.

Als Mitbegründer Mick Jones die Band verließ, näherte sich die Geschichte der Band ihrem Ende. In neuer Formation wollten Joe Strummer und Paul Simonon The Clash erhalten. Das mit Pete Howard, Nick Sheppard und Vince White aufgenommene Album Cut The Crap konnte zwar nicht die Qualität der Vorgänger erreichen, die allgemeine Skepsis, auf die das Album stiess, wurde ihr aber auch nicht gerecht.

Am 23. November 1985 löste sich die Band auf.

 

Filmstill

Mit ihrer ersten Single katapultierte sich die Band in die erste Reihe der britischen Punkrock-Bands.