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Für Joe Strummer war die Idee des Lagerfeuers eine Kunstform in sich selbst – als eine lose Versammlung von Leuten, die nur durch die aufsteigenden Flammen zusammengehalten werden. Das Lagerfeuer war wie der Schmelztiegel, wie der Stein der Weisen, wie der Heilige Gral – ein existentielles Forum für Inspirationen und Gespräche.

Filmstill

Das Lagerfeuer wurde backstage des Glastonbury Festivals perfektioniert – wo die nächtliche Versammlung den Titel „Strummerville“ erhielt. Joe nahm seine Lagerfeuer, seinen Freundes-Kreis mit in die ganze Welt und führte ihn auch wieder zurück nach Hause, nach Somerset, wo ein Stein-Kreis an die legendären Lagerfeuer-Treffen erinnert.

Für den Regisseur Julien Temple war das Lagerfeuer „von Anfang an eines der zentralen Themen des Films. In den letzten 10 Jahren seines Lebens lernte ich Joe am besten kennen und unsere intensivsten Gespräche führten wir immer an einem Lagerfeuer. Es wurde noch wichtiger, als Joe nach Somerset zog, hoch oben auf die Quantock Hills, was ein echter Platz für einen Rebellen ist, ein Platz, den nicht mal die Römer erobern konnten.

So wie Joe Strummer während seines gesamten Lebens sich immer wieder auf das Lagerfeuer besonnen hat, so haben wir Leute aus allen Teilen der Welt am Lagerfeuer zusammengeführt, die sich die Musik anhören sollten, die ein so intimer Bestandteil seines Lebens war. Es war ein Ort, an dem sie sich verlieren konnten. Im Flammenschein ist jeder gleich, sind die berühmten Leute nicht wichtiger als jeder andere auch. Durch diese besondere Interviewsituation haben wir es vermieden, unser Projekt dem Stil der Talking Heads der konventionellen Dokumentarfilme preiszugeben. So konnten wir uns eine reale Vorstellungen von den Beziehungen, den Freundschaften und den menschlichen Verbindungen machen.

Wir mussten sicher stellen, dass es auf diese Weise funktioniert, denn ich wusste, wie wichtig das für Joe war. Einmal sagte er mir, dass die Idee mit dem Lagerfeuer sogar besser sei, als alles, was er je an Musik gemacht habe. Es ging darum, Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen zusammen um das Feuer zu bringen. Und ich hoffe, wir haben die Essenz dessen auch in dem Film spürbar machen können.

In den Flammen von „Joe Strummer“ spiegelt sich eine Reihe von Joes engsten Freunden und Verwandten – darunter sein ältester Schulfreund Dick Evans, seine Cousins Ian und Alasdair Gillies – und Künstler, Freunde und Musiker aus seinen Schuljahren. Zu ihnen kommen seine erste Frau Gaby und seine zweite Frau, Lucinda, die Bandmitglieder von The Clash, Schauspielkollegen, Musiker, Künstler und viele weitere unbekannte Helden, die für ihn eine große Rolle gespielt haben.

 

Filmstill

Für den Regisseur Julien Temple war das Lagerfeuer „von Anfang an eines der zentralen Themen des Films.